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Komplexität beherrschen: Trainingsplattform für modellbasiertes Entwickeln

Die Arbeitsgruppe Software Systems Engineering hat mit ihren Partnern im SPEDiT-Projekt eine Trainingsplattform für das modellbasierte Entwickeln eingebetteter Systeme aufgebaut und in der Praxis validiert.

Die Software-Entwicklung für eingebettete Systeme ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden: Die Funktionalität der Systeme ist stark gestiegen und sie werden zunehmend eng mit anderen Systemen vernetzt. Prominentes Beispiel sind die vielen vernetzten Steuergeräte und Sensoren in heutigen PKWs.

Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Professor Pohl tragen mit ihrer Forschung im Projekt SPEDiT dazu bei, dass die Entwickler der eingebetteten Systeme diese Komplexität besser beherrschen können. SPEDiT ist ein vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Technologie-Transferprojekt. Es hat das Ziel, die Entwicklungsmethodik, die in den vorausgegangenen SPES-Projekten erarbeitet wurde, in deutschen Unternehmen zu etablieren.

Aus der Forschung in die Praxis

Die Grundidee des SPES-Ansatzes (Software Platform Embedded Systems) ist ein durchgängiges, modellbasiertes Vorgehen bei der Software-Entwicklung. Dazu wird das gesamte System vor der eigentlichen Implementierung systematisch modelliert. Die geplanten Funktionen und ihre Abhängigkeiten werden hierbei widerspruchsfrei abgebildet. So können beispielsweise Missverständnisse und Mehrdeutigkeiten frühzeitig geklärt werden. Idealerweise werden die Modelle durchgängig in allen Phasen der Entwicklung eingesetzt, d.h. von der Anforderungsanalyse über den Architekturentwurf bis hin zur Realisierung und Qualitätssicherung. Hierdurch stellen Entwickler sicher, dass jede kritische Anforderung funktional umgesetzt und geeignet getestet wird.

Damit diese modellbasierte Entwicklungsmethode Einzug in die tägliche Engineering-Praxis erhält, haben die Essener Wissenschaftler gemeinsam mit ihren Forschungspartnern eine Trainingsplattform aufgebaut. Mit dem umfangreichen Lernmaterial können sich System-Architekten, Anforderungsingenieure, Testingenieure, Software-Architekten und Programmierer selbständig fortbilden.

Interdisziplinäre Teams profitieren besonders

Beim Automobilzulieferer Schaeffler konnten die Forscher ihren Ansatz und die Lernmaterialien auf ihre Praxistauglichkeit testen. „Wir haben eine Entwicklung im Kontext einer neuen Antriebsachse für E-Fahrzeuge begleitet,“ berichtet Dr. Thorsten Weyer von paluno. „In dieser Zeit waren wir regelmäßig vor Ort und haben die Mitarbeiter in den beteiligten Abteilungen gecoacht. Die SPES-Methodik hat sich besonders bei der Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen bewährt.“ Auch der Hersteller für Herzunterstützungssysteme Berlin Heart profitiert von der modellbasierten SPES-Methodik, indem er sie für die effiziente und sichere Entwicklung seiner Systeme einsetzt.

Öffentliche Abschlussveranstaltung

SPEDiT endet im März 2019. Am 12. April findet bei Schaeffler in Herzogenaurach die Abschlussveranstaltung mit einer Live-Demonstration der Ergebnisse statt. Interessenten können sich bis zum 15. März für die öffentliche Veranstaltung registrieren: https://spedit.informatik.tu-muenchen.de/abschlussevent.html


Über SPES (Software Platform Embedded Systems)

Um die Vorreiterrolle deutscher Unternehmen im Bereich eingebetteter Systeme zu stärken, förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2009 bis 2015 die Projekte SPES 2020 und SPES_XT. 21 Partner aus Wissenschaft und Industrie haben hier einen umfassenden Methodenbaukasten zur modellbasierten Entwicklung erarbeitet.

http://spes2020.informatik.tu-muenchen.de/


Über SPEDiT (Software Platform Embedded Systems Dissemination and Transfer)

Im Vorhaben SPEDiT haben sich 9 Partner aus Industrie und Wissenschaft zusammengetan, um ein Schulungs- und Transferkonzept basierend auf den Resultaten der SPES-Projekte zu realisieren. Dadurch soll die Verbreitung der Techniken und des durchgängigen, methodischen Gesamtansatzes zur Entwicklung eingebetteter Systeme unterstützt werden.

https://sse.uni-due.de/forschung/spedit

 

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